Wortschatz verbessern: 7 bewährte Methoden, um neue Wörter zu lernen
Andrei Kuzmin / Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026
Am besten verbesserst du deinen Wortschatz, wenn du sieben bewährte Methoden kombinierst: neue Wörter anhören und nachsprechen, Karteikarten nutzen, Bilder verknüpfen, ganze Sätze lernen, die Aussprache üben, Synonyme und Antonyme lernen und Filme in der Sprache schauen, die du lernst. Wiederhole dann jedes Wort kurz bevor du es vergessen würdest, damit es ins Langzeitgedächtnis wandert.
Jeder, der eine Sprache lernt, stellt sich irgendwann dieselbe Frage: Wie kann ich meinen Wortschatz verbessern und mir all die neuen Wörter auch wirklich merken? Das habe ich mich auch gefragt. Die Antwort war kein Zaubertrick, sondern eine Handvoll einfacher Techniken, die zusammen noch besser funktionieren. Das sind die sieben besten Methoden, Vokabeln zu lernen, die mir am meisten geholfen haben:
- Neue Wörter anhören und nachsprechen
- Karteikarten nutzen
- Bildassoziationen schaffen
- Ganze Sätze und Redewendungen auswendig lernen
- Die Aussprache üben
- Wörter zusammen mit Synonymen und Antonymen lernen
- Filme und Videos in der Sprache schauen, die du lernst
Eines ist wichtiger als jede einzelne Methode: Das Gedächtnis funktioniert bei jedem ein bisschen anders. Manche merken sich Wörter am besten über das Hören. Andere müssen sie aufschreiben und noch einmal lesen. Vielen helfen Bilder, damit Wörter hängen bleiben. Sieh diese Methoden deshalb als Werkzeugkasten und stell dir die Kombination zusammen, die für dich funktioniert. Genau deshalb haben wir Lingocard als kostenlose Karteikarten-App entwickelt, die Audio, Bilder und Spaced Repetition an einem Ort vereint.
1. Neue Wörter anhören und laut nachsprechen
Am besten für: alle, die über das Hören lernen, und alle mit wenig Freizeit.
Neue Wörter immer wieder anzuhören, ist eine der einfachsten Methoden, sie sich zu merken, vorausgesetzt, du hörst die richtigen Wörter.
Audioaufnahmen mit Vokabeln gibt es für fast jeden Kurs. Aber ich stieß immer wieder auf dasselbe Problem: Nach ein paar Tagen kannte ich schon die Hälfte der Wörter auf der Aufnahme und kämpfte immer noch mit dem Rest. Wer die ganze Aufnahme immer wieder von vorn hört, verschwendet Zeit mit Wörtern, die er schon kennt. Und die richtige Zahl an Wiederholungen und die passende Pause zwischen den Wörtern sind bei jedem anders.
Deshalb haben wir den Audioplayer von Lingocard gebaut. Du kannst gelernte Wörter entfernen und nur die anhören, die du noch nicht kennst. Außerdem kannst du einstellen, wie oft jedes Wort (oder seine Übersetzung) wiederholt wird und wie lang die Pause zwischen den Wörtern sein soll, bis es sich für dein Gedächtnis richtig anfühlt.
Du kannst auch eigenes Hörmaterial erstellen: Lade eine beliebige Textdatei mit Übersetzungen in den Player hoch und drück auf Play.
Diese Methode ist besonders praktisch, wenn du wenig Zeit hast, denn zuhören kannst du überall: auf dem Weg zur Arbeit, im Fitnessstudio oder beim Kochen. Und wenn du gern Hörbücher hörst, füge die neuen Wörter, die dir dabei begegnen, zu deiner Liste in der App hinzu und wiederhole sie später im Player.
2. Karteikarten mit Spaced Repetition nutzen
Am besten für: alle, die Schritt für Schritt einen großen Wortschatz aufbauen wollen.
Karteikarten sind die beliebteste Methode, den Wortschatz zu erweitern: auf der einen Seite ein Wort, das man sich schwer merken kann, auf der anderen seine Bedeutung oder Übersetzung.
Ich habe ganz klassisch angefangen, mit Karten aus Papier. Sobald du einen Stapel hast, gehst du ihn immer wieder durch und legst die Karten beiseite, die du schon kannst, bis du den ganzen Stapel gelernt hast.
Nach ein paar Monaten hatte ich mehrere Hundert Karten, und sie überallhin mitzunehmen, wurde richtig lästig. Außerdem wollte ich sie auf verschiedene Arten mischen: alphabetisch, in umgekehrter Reihenfolge, zufällig oder nach Themen.
Also griff ich zum Smartphone, fand aber keine einfache, bequeme App dafür. Da beschloss ich, selbst eine zu bauen. Ein paar Monate später veröffentlichte ich die erste mobile App von Lingocard, mit Karteikarten und einer einzigen Wortdatenbank. Als Nächstes wollte ich, dass jede Karte Audio hat und dass es mehrere fertige Datenbanken mit den am häufigsten verwendeten Wörtern gibt. Ich sprach mit befreundeten Entwicklern über die Idee. Sie gefiel ihnen, und bald schlossen sich weitere Begeisterte dem Projekt an. Wir haben immer neue Werkzeuge hinzugefügt, und heute ist die App in jedem Land kostenlos bei Google Play und im App Store erhältlich.
Der Umstieg aufs Digitale hat auch die größte Schwäche meines Papierstapels behoben: zu wissen, wann ich welches Wort wiederholen sollte. 1885 zeigte der deutsche Psychologe Hermann Ebbinghaus, wie schnell wir neue Informationen vergessen, wenn wir sie nicht wiederholen. Dieses Muster kennt man heute als Vergessenskurve. Das Spaced-Repetition-System von Lingocard wirkt ihr entgegen: Es zeigt dir jedes Wort kurz bevor du es wahrscheinlich vergessen würdest, sodass schwierige Wörter öfter und leichte seltener wiederkommen. Wenn du tiefer einsteigen willst, lies unseren ausführlichen Leitfaden zu Karteikarten zum Lernen einer Fremdsprache.

3. Bildassoziationen schaffen
Am besten für: Menschen mit einem starken visuellen Gedächtnis.
Wenn du ein Wort mit einem Bild verknüpfst, fällt es dir viel leichter wieder ein. Wenn du zum Beispiel einen Gegenstand siehst und dir sein Name in der Sprache, die du lernst, nicht einfällt, mach ein Foto davon und schreib das Wort darauf.
In Lingocard kannst du einer Karteikarte ein Foto aus deiner Kamera oder ein beliebiges Bild aus dem Internet hinzufügen. Wenn ein Wort also einfach nicht hängen bleiben will, such online danach, wähl ein passendes Bild aus und hänge es an die Karte.
4. Ganze Sätze und Redewendungen lernen, nicht nur Wörter
Am besten für: Wörter mit mehreren Bedeutungen und flüssigeres Sprechen.
Ganze Sätze zu lernen, ist eine der wirksamsten Methoden, deinen Wortschatz zu erweitern. Wenn du dir einen Satz einprägst, lernst du mehrere Wörter auf einmal und dazu, wie sie zusammenpassen. Später, in einem echten Gespräch, kannst du den fertigen Satz verwenden, statt ihn Wort für Wort zusammenzubauen.
Besonders hilfreich ist das bei Wörtern mit mehreren Bedeutungen, die im Englischen sehr häufig sind. Wie so ein Wort verwendet wird, verstehst du am leichtesten, wenn du es direkt im Satz lernst.
Auf unserer Website gibt es mehr als 120.000 thematische Wortlisten, und etwa die Hälfte davon besteht aus Redewendungen und Sätzen.
5. Die Aussprache üben
Am besten für: Wörter, die du schon erkennst, aber noch nicht aussprechen kannst.
Wenn du neue Wörter oft und richtig laut aussprichst, kannst du sie dir besser merken.
Am besten klappt das direkt nach dem Hören: Hör dir das Wort an und sprich es dann nach. Versuch, es zusammen mit verwandten Wörtern oder in einem Satz zu sagen.
Jede Karte in Lingocard hat Audio, sodass du jederzeit die richtige Aussprache hören kannst. Sprich im Audioplayer jedes Wort in den Pausen laut nach. Wenn du mehr Zeit brauchst, verlängere einfach die Pausen in den Player-Einstellungen.
6. Wörter mit ihren Synonymen und Antonymen lernen
Am besten für: einen schneller wachsenden Wortschatz, immer ein paar verwandte Wörter auf einmal.
Wenn du ein Wort zusammen mit Wörtern gleicher oder gegensätzlicher Bedeutung lernst, bleiben alle besser hängen.
Die meisten von uns denken in Assoziationen, deshalb merkt man sich neue Wörter leichter, wenn ähnliche oder gegensätzliche Wörter dazugehören. Das kannst du nutzen, indem du Karteikarten mit Synonymen und Antonymen anlegst.
Listen mit Synonymen und Antonymen findest du online und in den meisten Büchern zum Selbststudium deiner Sprache. Speichere die Wörter, die du brauchst, in einer Textdatei, lade sie in Lingocard hoch, und schon hast du deinen eigenen Stapel, der mit allen Werkzeugen der App funktioniert. Am Computer kannst du mit der Web-App zum Sprachenlernen aus einer Wortliste Tausende Karten auf einmal erstellen. Es gibt außerdem viele fertige Stapel mit Synonymen und Antonymen.
So bringt jedes neue Wort seine „Nachbarn“ mit, und dein Wortschatz wächst schneller.
7. Filme und Videos in der Sprache schauen, die du lernst
Am besten für: Alltagswörter, Slang und Redewendungen von Muttersprachlern.
Filme sind wahrscheinlich der zugänglichste Weg, deinen Wortschatz zu verbessern, denn du lernst direkt von Muttersprachlern in echten Situationen, samt Slang und Redewendungen, die du in Lehrbüchern kaum findest.
Entscheide zuerst, welche Variante der Sprache du lernen willst. Englisch gibt es zum Beispiel unter anderem in einer amerikanischen, britischen und australischen Version, also such dir Filme aus dem Land aus, dessen Akzent du haben möchtest.
Schau zuerst mit Untertiteln. Wenn du ein Wort hörst, das du nicht kennst, schreib es auf und wiederhole es später. Ich halte den Film meistens an, schlage das Wort nach und füge es zu Lingocard hinzu. Dann höre ich mir alle neuen Wörter im Player an und übe sie mit Karteikarten.
Um alles zu festigen, schau denselben Film später noch einmal ohne Untertitel. Wenn du einen Film ausgesucht hast, der dir wirklich gefällt, wird das zweite Mal überhaupt nicht langweilig.
Mit jedem Film brauchst du weniger neue Karten, weil dein Wortschatz ständig wächst. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit: Nimm dir mindestens einen Film pro Woche in deiner Zielsprache vor, oder noch besser, schau alles in dieser Sprache. Genau diese Routine empfehle ich allen, die Englisch online lernen wollen: Filme plus jeden Tag ein paar Minuten Wiederholung mit Karteikarten.

So verbesserst du deinen Wortschatz jeden Tag
Probiere alle sieben Methoden aus und achte darauf, welche bei dir am besten funktionieren. Behalte dann diese Grundsätze im Kopf:
- Übe jeden Tag, auch wenn es nur ein paar Minuten sind.
- Nutze nur die Werkzeuge, die bei dir wirklich funktionieren.
- Finde die Tageszeit, zu der du am besten lernst.
- Behalte im Blick, wie viel Stoff du schon geschafft hast.
- Setz dir ein klares Tagesziel und ein Gesamtziel, wie viele Wörter du lernen willst.
Wenn du mit einer neuen Sprache anfängst, beginne mit den Wörtern, denen du am häufigsten begegnen wirst, zum Beispiel: Die 100 häufigsten englischen Wörter mit Aussprache. Unser Leitfaden zum Frequenzwörterbuch erklärt, warum du am schnellsten vorankommst, wenn du zuerst die häufigsten Wörter lernst.
Wenn du selbst eine Sprache unterrichtest, funktioniert derselbe Ansatz für eine ganze Klasse: Du kannst mit Lingocard Vokabeln unterrichten, indem du fertige Wortlisten verschickst, die sich deine Schüler mit Spaced Repetition einprägen, oder sogar deine eigene Online-Sprachschule betreiben.
Jede Methode aus diesem Artikel ist in Lingocard eingebaut. Installiere einfach die Vokabel-App für dein Handy und registriere dich, damit deine Wörter in der Cloud synchronisiert bleiben.
Als ich angefangen habe, war Lingocard eine kleine App für meine eigenen Karteikarten. Heute ist daraus eine globale All-in-One-Plattform zum Sprachenlernen für Menschen in jedem Land geworden: Karteikarten mit Audio, fertige Wortlisten und Frequenzwörterbücher, Spaced Repetition, Sprechpraxis mit Lernenden und Muttersprachlern auf der ganzen Welt und Werkzeuge für Lehrkräfte, die ihre eigenen Online-Schulen führen. Ich hoffe, diese Methoden helfen dir, schneller zu lernen, und dass dir der Aufbau deines Wortschatzes genauso viel Spaß macht wie mir.
Häufig gestellte Fragen
Kombiniere Karteikarten mit Spaced Repetition: Schreib das schwierige Wort auf die eine Seite und seine Bedeutung auf die andere, und wiederhole jede Karte kurz bevor du sie vergessen würdest. Mit jedem Mal, das du dich erinnerst, werden die Abstände länger. Schwierige Wörter kommen öfter dran, leichte seltener, und so fließt deine Lernzeit genau dorthin, wo dein Gedächtnis sie braucht.
Am besten wirken sieben Methoden zusammen: neue Wörter anhören und nachsprechen, Karteikarten, Bildassoziationen, ganze Sätze auswendig lernen, Aussprache üben, Synonyme und Antonyme lernen und Filme in der Sprache schauen, die du lernst. Wähle die aus, die zu deinem Gedächtnis passen, und wiederhole mit Spaced Repetition.
Übe täglich ein paar Minuten, statt einmal pro Woche alles auf einmal zu pauken. Geh deine Karteikarten durch, hör dir neue Wörter auf dem Weg zur Arbeit im Audioplayer an und füge unbekannte Wörter aus Filmen oder Büchern zu deinem Kartenstapel hinzu.
Ja. Karteikarten sind die beliebteste Methode, um Vokabeln im Selbststudium zu lernen: Auf einer Seite steht das Wort, das man sich schwer merken kann, auf der anderen die Bedeutung oder Übersetzung, und gelernte Karten legt man nach und nach beiseite. Eine App automatisiert das mit Audio, Bildern und Spaced Repetition, sodass selbst Tausende Karten überschaubar bleiben.
Hör sie dir in Dauerschleife mit einstellbaren Pausen an, damit du jedes Wort laut nachsprechen kannst, gib jeder Karte ein Bild oder einen Beispielsatz und lass Spaced Repetition sie öfter zurückbringen. Wenn du ein Wort hörst, aussprichst und im Zusammenhang siehst, bleibt es viel besser hängen, als wenn du es nur liest.
